ZWEITER BLOG!!!

23Jan2017

Soo meine lieben Leute, der Tag ist gekommen, den ich schon von Beginn an befürchtet hatte. Mein Datenvolumen für meinen Blog ist aufgebraucht. Das bedeutet, ich habe den ganzen Monat darüber nachgegrübelt, ob ich einen anderen Host haben möchte oder nicht, wie ich mit nur einer E-Mail Adresse hier einen zweiten Blog erstellen kann. Und ja, ich habe es geschafft. Ich bleibe bei auslandsblog.de da es einfach genial ist, seinen Blog als PDF exportieren zu können. Meine Idee - ein Buch daraus zu binden :D Also wer den ersten Teil haben möchte, gerne mir mitteilen und ich lass euch dei PDF zukommen.

AUF JEDEN FALL könnt ihr meine weiteren Abenteuer unter der folgenden Adresse abrufen. Und ich versuche so schnell es geht meinen Januar nachzuholen. Der war voll mit Regen, Arbeiten und durch die Gegend fahren.

http://jessytraveladventure1.auslandsblog.de

 

28.12. - 31.12.2016

22Jan2017

So das Jahr neigte sich zu Ende. Nach unserem Trip an den Mount Cook war ich doch relativ platt. Außerdem musste ich die ganze Woche im Restaurant arbeiten. Denn dank der super Neuseeländischen Planung hat meine Chefin in der Bar allen frei gegeben - aber ausversehen. Naja kann ja mal passieren. Das bedeutet selbst an Silvester musste ich in der Küche stehen. An diesem Tag habe ich meine Registration sechs Monate verlängert - braucht man hier fürs Auto.

Nachdem ich Abends um 10 Uhr fertig war mit Arbeiten, Rachel und die Kids aber bei Freunden waren, habe ich beschlossen, zwei Stunden über den Rummel an der Caroline Bay zu schlendern um das "spektakuläre" Feuerwerk zu sehen. Diese zwei Stunden waren einfach nur zäh. Habe mir dann zum aller ersten Mal Zuckerwatte in meinem Leben gekauft und jap... das war auch das einzige Mal. Hab das dann an irgendwelche fremden Kinder weiter gegebn weil es einfach nur eckelhaft war. Kann ja keiner wissen, oder?

Als es dann endlich Zeit für Feuerwerk war, war es mir gar nicht nach feiern. Irgendwie ist Solo-Travelling ja schon schön und gut, aber zu Zeiten wie Weihnachten und Silvester hätte man dann doch gerne seine LIebsten und seine Freunde um sich. Aber gut. Das Feuerwerk war recht schnuckelig auch wenn dei Neuseeländer ausgeflippt sind. Hier ist halt alles paar Hausnummern kleiner. Nachdem das Feuerwerk dann nach fünf Minuten vorbei war, bin ich zu meiner Dora gegangen und heim gefahren um sofort ins Bett zu gehen :D

Ihr denkt Reisen ist immer voll mit Abenteuer? Nicht wirklich. Manchmal denke ich, ich bin einfach zu "alt" für dieses Backpackerleben. Da geht man an Silvester um 00:30 ins Bett, ohne ein Tropfen Sekt oder sonst irgendwas. Alleine feiern ist halt nicht meins :)

26.12.-27.12.2016: Muskelkater, Possums und natürliche Pools

14Jan2017

Am 26.12.2016 bin ich dann nach einigen Stunden Schlaf als 90 Jährige aufgestanden. Muskelkater am ganzen Körper und meine Beine waren immer noch wabbelig wie Wackelpudding. Nachdem wir dann alle gefrühstückt hatten und nach gefühlten 8 Stunden endlich mal alle im Auto saßen, ging es dann Richtung Mount Cook Village, genauer gesagt wieder einmal zum Whitehorse Campground.

Heute stand ein kleiner Track an, da die Kids dabei waren. Das heißt im Detail der Kea Point Track, welcher ca. 20-30min leicht aufwärts geht. Bei diesem Track hat man einen super Ausblick auf den Mount Sefton und den Mueller Lack sowie den Mount Cook. Die Tour war eigentlich nicht anstrengend, aber dadurch, dass es sehr heiß war und meine Beine mit mir beleidigt waren, war ich ganz froh das die Kinder dabei waren und die auch keinen Bock hatten. Bzw. ich hatte schon Lust weil die Sicht war einfach mega gut, und man hat wieder das knacken und knirschen des Gletschers gehört, aber ich konnte einfach nicht Berg ab laufen oder Stufen oder generell irgendwie laufen.

 

Danach wollten wir ja eigentlich zum Tasman Glacier. Aber da die Kinder nörgelig waren und es mal wieder Zeit für Essen war, gingen wir in den Luxusschuppen Hermitage und haben dort etwas gegessen. Zumindest alle anderen, da ich mir nur ein Eis leisten konnte. Da die Kinder danach bockig waren sind wir zurück in die Hütte gegangen.

Da Jessi, Rachel und ich von Sandflys zerfressen wurden, haben wir uns nach einer Erfrischung gesehnt. Und so hat uns der Opa von einem natürlichen Pool erzählt, welcher anscheinend irgendwo unterhalb einer Brücke war. Und tatsächlich haben wir diesen Pool gesehen. Eine kleine Ausbuchtung vom Lake Pukaki, welche zusätzlich von einem kleinen Wasserfall gespeist wird. Das bedeutet schönes tropisches Wasser… nein natürlich Gletscherwasser. Aber die Stiche jucken dann nicht mehr. Und das Beste: Dort hing von der Brücke ein Seil, welches wir als Schwinge benutzt haben. Wir drei hatten auf jeden Fall unglaublich viel Spaß.

Als wir zurück kamen waren Onkle Nigal mit Familie bei der Ferintosh und wir haben ein leckeres BBQ gemacht.

Am Abend bin ich mit Rachel noch an den Mount Cook gefahren, weil wir einen schönen Sonnenuntergang sehen wollten. Welcher natürlich nicht kam. Aber dennoch ist es schön, mal die Berge für sich alleine zu haben, ohne die Touristenmassen. Die Berge waren in ein wunderschönes Licht getaucht. Beim zurück haben wir dann die Stirnlampe benötigt. Wir haben dabei einige Kanninchen und etliche Possums gesehen. Ein Possum wird ca. 1,4-6,4kg schwer. Sie sind riesig und plüschig und fett. Aber ich kenne sie einfach nur als plattgefahrenen Pfannkuchen auf der Straße :D

Als wir dann zurück gefahren sind, hat sich der Himmel aufgeklärt und somit habe ich die halbe Nacht für Astrofotografie benötigt. Weil ja, das muss man einfach ausnützen. Nach dem mich dann eine Katze/Kaninchen/Possum in den Tod erschreckt hat, bin ich schnell in mein Bett gehüpft.

Am 27.12.2016 sind wir dann aufgestanden, haben gefrühstückt, gepackt und die Hütte geputzt. Es war mega windig und es hat geregnet wie aus Eimern. Nachdem wir dann aber mit allem fertig waren, hat der Regen aufgehört. Wir sind dann nach Twizel für Lunch gefahren und haben auf dem Weg dorthin einige Fotostops gemacht. In Twizel angekommen haben wir dann ein Picknick gemacht und die Kinder waren mal wieder suuper bockig weil es heiß war und man fährt im Auto und bla bla. Kinder eben :D Auf jeden Fall sind wir danach noch an einem Fluss gehalten um dort kurz zu baden. Danach habe ich mich dann verabschiedet und Rachel meinte sie würde eventuell in Tekapo halten, mir dann aber Bescheid geben. Ich bin dann mit Dora los gezogen und hab auf den Weg zurück noch einige Fotostops gemacht und erst in TImaru gesehen, dass Rachel mich angerufen hatte. Natürlich waren sie in Tekapo und haben dort den Abend mit Essen & Co. ausklingen lassen. Und ich habe in der Zeit heruasgefunden, dass Dora einen CD-Spieler hat und 521km mit einem dreiviertel Tank fahren kann :D Super Sache oder? Nachdem ich wusste dass ich nun einige Stunden für mich allein hatte habe ich dann noch meine Wäsche gewaschen und Dora ausgeladen.

Lake Tekapo Tekapo Church of the Good Shephard oder so in Tekapo

So wie ihr seht habe ich Weihnachten relativ entspannt und einfach mal anders verbracht als sonst. War für mich nicht wirklich Weihnachten aber trotzdem sehr interessant!

 

 

25.12.2016: "Kiwi" Weihnachten: Stairway to Heaven/Hell

09Jan2017

Am 25.12. war es dann endlich so weit. Weihnachten stand vor der Tür und die Kids waren so ziemlich aufgeregt und sind extra früh ins Bett gegangen. Weihnachten läuft hier nämlich anders ab. Die Kids können am 25.12 Geschenke unter dem Baum finden und dann wird den ganzen Tag über gefuttert. Also nichts mit Heiliger Morgen und Christbaumloben - das sieht hier anders aus :D

Da ich ja aber - anders als gedacht - etwas später in Mt Cook ankam und meine vorgesehene Wanderung den Tag davor nicht antreten konnte, plante ich diese Wanderung auf den 25.12. Und ja, war mir relativ egal dass an diesem Tag Weihnachten war. Ich bin also am morgen mit den Kids aufgestanden, habe während die völlig enthusiastisch ihre Geschenke ausgepackt haben gefrühstückt und meine restlichen Sachen zusammen gepackt. Die Frage die sich mir aber immer noch stellte war Sealy Tarns (ich mein ich war mir zu 100% sicher das ich es nicht zur Mueller Hut schaffen werde) oder Sebastionpol. Theoretisch hätte ich den Sebastionpol zuerst machen wollen, da dieser kleiner ist und weniger übersäht ist von Stufen. Aber da das Wetter in Neuseeland ja eine kleine Diva ist und für den darauffolgenden Tag ziemlicher WInd angesagt wurde, habe ich mich dazu entschieden, dass spontan zu machen und nochmal im ISite nachzufragen. :D Denn das letzte Mal als ich dort war wurden mir Steigeisen wärmstens ans Herz gelegt. Deshalb auch die Vermutung, dass ich es nur bis zur Hälfte schaffen werde.

Nach 20 minütiger Fahrt war ich dann endlich am Isite angekommen und stand vor verschlossener Tür. War ja Weihnachten. Aber ja, eigentlich sollte sowas zumindest Vormittags offen haben - sprach die Deutsche aus mir. Dort stand ich nun also, vor dem Wetterbericht der lokale Schauer - oder purere Sonnenschein ansagte. Gut. Der Blick in den Himmel deutete eher darauf hin, dass ich mich im lokalen Schauergebiet befinde. Laut Meteoblue-Wetterdienst (welcher der bisher BESTE und ZUVERLÄSSIGSTE Wetterdienst ist) bleibt es aber den ganzen Tag über trocken und Nachmittags sollte sogar die Sonne herausstechen. Also gut, da ich diesem Wetterdienst also mein Leben anvertraue habe ich mich wieder ins Auto geschwungen und bin auf den White Horse Hill Campground gecruist, der auch als Park-/Startpunkt für diese Wanderung diente. Dort habe ich einige andere Wanderer getroffen die alle die selben Probleme hatten wie ich - sollen wir hoch gehen oder nicht, werden wir was sehen, lohnt es sich? Doch nach dem mir die liebe junge Dame aus UK erzählte, dass ich mir überlegen soll ob ich nochmal die Zeit dafür haben werde und was den meine Alternativen wären und selbst wenn ich nichts sehe -  Training ist immer gut... Ja auf jeden Fall war mir dann klar, dass ich auf jeden Fall so wiet gehe bis das Wetter umschlägt.

Hmmm... 3 Stunden hatten wir schon lange nicht mehr - schreiben wir das auf das Schild

So mein Ziel war also nicht die Mueller Hut, sondern die Sealy Tarns. Der Weg dorthin wird als Stairway to Heaven (Treppe zum Himmel) bezeichnet.... Für mich entpuppte sich das eher als Stairway to Hell. Denn dieser Wanderweg ist eher ein Po und Beine Hardocre Workout. Wieso? Naja weil das DOC-Department meint, dass sie überall Stufen in die Wanderwege Neuseelands klatschen müssen. Und die Stufen sind nicht angenehm sondern ab und an mal 5cm breit und 60cm hoch - also ich als durschnitts Deutsche muss da ab und an schon auf Knien, Bobbes und auf allen Vieren durch die Gegend krakseln damit ich überhaupt von Stufe zu Stufe komm. 
Auf jeden Fall entpuppten sich auf den Sealy Tarns One-Way 2200 Stufen. Da man ja auch wieder runter gehen sollte entpuppte sich das als 4400 Stufen. Kann ja nicht ganz so schwer sein was - ja das dachte ich mir. Aber denkste. Gefühlt bin ich auf dem Weg nach oben 30x kurz vor einem Tobsuchtsanfall gewesen indem ich das DOC Verfluchte und wirklich NICHT verstand WIESO überall diese kack Stufen sein müssen. 200x haben meine Beine mir den Vogel gezeigt. Dann wollte mein Kreislauf irgendwann nicht mehr weiter. Ja.. Neuseeland macht dich fertig :D Und nein, man kann das nicht trainieren. Ich meine du kannst joggen gehen, du kannst laufen gehen. Aber wie bitte trainierst du Stufen, in einem Land, in dem das Durschnitssgebäude nur ein Stockwerk hat :D Richtig, gar nicht. Und das zeigen dir deine Beine/Knie/Po auch ganz deutlich. Sealy Tarns ist ca. 5,8km lang und geht von 850m auf 1300m.

Der Weg dorthin war - abgesehen von den Stufen - wirklich traumhaft. Man hat eigentlich immer einen direkten Blick auf den Mt Cook oder dem Geltscher von meinem Lieblingsberg Mount Sefton. Und nach jedem weiteren Höhenmeter sieht alles noch viel spektakulärer aus. Das Wasser des Gletschersees, der Gletscher, der Berg, einfach alles. Die Landschaft ist jedoch relativ schnell Alpin, was wenig Vegetation hervorbringt. Die paar Gräser und Büsche teilen sich das Bild mit Steinen und Felsen. Man hört außerdem die ganze Zeit die Kea`s schreien - Neuseelands Alpinen Papagei. Leider konnte ich keinen sehen, nur hören. Meine 30.000 Stops die ich für Atmen, Fluchen und Fotografieren aufbrauchte haben auch dazu geführt, dass mich der Weg einige Stunden gekostet hat. Ich glaube auf dem Schild unten im Tal stand etwas mit 2h nach oben - aber Regel Nummer 1: Die Kiwis machen Schilder wie sie lustig sind. An den Tarns angekommen, enthüllten sich zwei Mini-Seen die als perfekter Picknick-Platz dienten. Die Sicht war 1A - atemberaubend. Ich saß dort wahrscheinlich über eine Stunde. Auf jeden Fall schweifte mein Blick immer wieder den Berg hinauf. Ich konnte sehen wie anstrengend der Weg ist, da ich die Menschen eher hinauf krabbeln sehen konnte. Auch konnte ich Schneefelder, Geröll und vor allem NEBEL erkennen. Nun gut, den Nebel stets im Auge blickte ich während meiner Rast immer weiter hinauf. Der Nebel zog nach oben, es gab perfekte Thermik. Ich fragte meine Beine - aber die waren da schon ziemlich beleidigt mit mir. Okay... Nebel, Beine müde, Schnee - lieber nicht auf die Mueller Hut.

Kannst du mein Auto sehen?

Aber als ich zusammen packte setze sich die Dame aus UK neben mich und meinte ob wir uns wieder an der Hütte sehen. Dann meinte ich, ich weiß nicht recht ob es sich lohnt. Und sie sagte - gut, dass wirst du nur rausfinden wenn du oben angekommen bist. Auf jeden Fall blickte ich noch eine Weile nach oben und dann packte mich dieses Gefühl - das Gefühl nach oben zu wollen, höher hinaus, in den Berg, auf die Spitze, dieses WOW-Erlebniss wenn man am Gipfel angekommen ist. Also habe ich meine sieben Sachen gepackt und bin mit dem Motto: Wenn der Nebel runter drückt kehre ich um, los gegangen. Und ja... nach 10m habe ich mich das erste Mal gefragt: Jessy, was tust du dir eigentlich an, bist du dir 100% sicher dass du den Bedingungen gewachsen bist. Nachdem mich dann aber ein Rentnerpaar überholt hat, bis mich der Ehrgeiz und ich sagte mir nur: Reiß dich zusammen Mädchen, sei fokussiert und konzentriert. Schritt für Schritt. Dem Gipfel entgegen.

Warum mich diese Gedanken geplagt haben? Gut weil von den Sealy Tarns der "Weg" zur Mueller Hut steil hinauf geht. Und ich meine steil. Und es gibt keinen Weg sondern nur vereinzelte Markierungen. Zu Beginn muss man ein wenig "klettern" was bedeutet, dass man eben über große Gesteinsabschnitte irgendwie nach oben kommen muss. Das bedeutet, Hände und Füße müssen wissen, wo sie greifen. Es ist zwar immer nur kurz gewesen und nie größer als man selber, aber wenn man eben klein ist, heißt das halt halbes-Klettern. Diese Partie war dann aber nach ca. 20 Metern überstanden und es ging weiter steil Berg auf. Anstrengend wie nochmal was. Wunderschön. Der Blick, das Feeling, die Luft, die Ruhe. Wunderbar. Sealy Tarns ist die Hälfte zur Mueller Hut. Irgendwann begonn ich jeden zu Fragen wie weit es denn noch ist. Das interessante am alleine Wandern ist, das man erst einmal merkt, wie stark die eigene Gedankenwelt sein kann. Dadurch dass es so super anstrengend war und auch steil, steinig und nicht gaaanz einfach, meinte mein Kopf eben neee komm, wenn es noch arg weit nach oben geht, dann drehen wir lieber um. Aber mein anderer Kopf und mein Herz meinten aber: he, sammal, jetzt sind wir schon so weit gekommen, die paar Meter schaffen wir jetzt auch noch. Als ich dann an einem massiven Geröllhang ankam, zerschlug es mir kurzerhand die Sprache. Ich meine, die Felsen waren größer als ich, ich wusste nicht wie stabil das ganze war. Auch wenn gefühlt an diesem Tag 1000 Menschen an mir vorbei gerannt sind, wenn man alleine unterwegs ist, ist man für sich selber verantwortlich. Aber ich konnte den Gipfel sehen, ich konnte sehen, dass nach diesen paar Metern Geröll, ein bisschen Schnee und bisschen Geröll kommt und dann habe ich es geschafft. Also Mut gesammelt und los gehts. Zum Glück habe ich mich zu Hause stehts während dem Thesis schreiben mit "Ausgesetzt in der Wildnis" mit Bear Grylls auf das Outdoor-Leben vorbereitet. Und ja, auch wenn viele Freunde mir sagten, dass man nichts davon anwenden kann - in Neuseeland kannst du das Wissen brauchen! Auf jeden Fall habe ich dann in Mitten des Schneefeldes ein Mädchen sitzen sehen. Ich fragte sie dann natürlich ob alles klar ist, und sie sagte mir sie weiß nicht wirklich warum sie hier ist und ob sie weiter nach oben will oder nicht. Sie war etwas älter wie ich und hatte Sneakers an - super Sache im Schnee! Ich meinte zu ihr, ob wir es zusammen wagen sollen. Was uns beide extrem gepusht hat und auch mutiger machte. Ich meine man kann sich gegenseitig unterstützen und Tipps geben. Der Gipfel kam näher, und der Blick auf Mount Cook und Pukaki wurde immer spektakulärer.
Und dann war dieser Moment endlich da. Endlich. Nach mehreren Monaten.

Ich lief die letzen Meter den Berg ziemlich schnell nach oben, schrie nur noch um mich "Yeaaah - come on!!! OH MY GOOOOOOOSH! You have to see this!" Und dann bin ich völlig ausgeflippt. Keine Ahnung wo mein Körper diese Energie her genommen hat, immerhin hatte ich bis zu diesem Zeitpunkt einige Stunden Berg auf (5-6h) und über 1000 Höhenmeter + 2200 Stufen und einige Adrenalinmomente hinter sich. Der Blick war - GIGANTISCH. Leute Mount Cook ist Kindergarten im Antlitz des prächtigen, massiven Mount Sefton. Dieser "Berg" zeigt dir die ganze Power der Natur. Gletscher und Eis hängen an dem Berg, wie wenn jedem Moment alles zusammen brechen würde. Es wirkt zum Anfassen nah. Man hört das Eis knacken und knarzen. Man hört das rumpeln von Lawinen. Es ist einfach nur atemberaubend. Und das Eis, es schimmert blau. Ich habe noch nie so etwas schönes gesehen. Völlig geflasht von der Landschaft mussten wir noch einige Meter über grobes Gestein gehen und die letzten hundert Meter ging es dann über den Schnee and die Mueller Hut.

Sieht nicht so einladend aus Wo war nochmal der Weg?! Na da isser ja.. Und hier könnt ihr auch meine Reisebegleitung für die nächsten Stunden erkennen Da sitzt sie und fragt sich warum :D  Lawine!! Wenn halt ein Teil vom Gletscher weg bricht wird es MASSIV Unbearbeitete Naturgewalt

 

Die Mueller Hut ist wunderschön. Sie bietet sensationellen Blick auf Sefton und Cook, bietet eine Menge an Betten, frisches Wasser und eine warme Küche. Auf jeden Fall bin ich dort dann noch mal eine Stunde mit meiner Begleitung geblieben, habe meine Britische Freundin wieder gesehen und die Sonne brach durch die letzten Reste der Wolken durch und bot ein Panorama das seines gleichens sucht. Wir saßen dort, alle ganz still, friedlich, innere Ruhe. Sahen einigen großen und kleinen Lawinen auf dem gegenüber liegenden Gletscher zu, wie sie den Weg ins Tal suchten. Spektakulär!

Mueller Hut - Stolz wie Bolle Und ich weiß wo mein Auto steht.... Beauty

ach du, ist bestimmt nicht so steil wie es aussieht. Nur noch steiler Schneee Nacken verbrannt? Nacken verbrannt?

Als wir uns dann auf den Weg nach unten gemacht haben, hatte ich schon wirklich etwas Schiss. Erstenst, ich wollte die Nacht dort verbringen. Es muss unglaublich schön sein, diesen Sternenhimmel zu sehen bzw. die Sonne dort untergehen zu sehen. Naja auf jeden Fall war der Weg nach unten dann gar nicht mal so übel. Warum auch immer, steil und felsig ist Berg auf meistens schwieriger. Abwärts sieht man mehr einen Pfad. Das einzige was Schlaucht sind die Oberschenkel, die den ganzen Spaß natürlich nicht gewohnt sind. Als wir dann wieder bei den Sealy Tarns waren, bot sich uns ein wunderbares, warmes Abendlicht. Die Berge spiegelten sich perfekt in den kleinen Seen und die Atmosphäre war warm. Wir saßen dort - beide mit Stativ - am Berg und fotografierten bis der Auslöser glühte.

I love you Sefton Und Schwups - Wetter ändert sich   Meine Kamera lässt mein Herz höher schlagen :D

Ab den Sealy Tarns blühten uns jedoch 2200 Stufen nach unten. Da diese teilweiße ja sehr eng und steil sind, war dies absolut kein Vergnügen. Als wir dann unten angekommen sind haben wir beide unsere Beine nicht mehr gespürt. Meine Beine waren wir Pudding und haben gemacht was sie wollten. An diesem Tag war ich froh, das Dora ein Automatik Auto ist. Dementsprechend musste ich nur ein Bein ausstrecken um Gas zu geben.

Sehr motivierend wenn man 1000 Höhenmeter weiter oben sein Auto erkennen kann Geht auch Helikopter? Stuuufen Stufen Stufen..

Als ich dann endlich an der Ferintosh Station angekommen bin, habe ich mich in die Dusche gestellt, gegessen und mich Schlafen gelegt - mit der Bedingung um 12 aufzustehen um ein paar Astro Bilder machen zu können. Ich mein wenn man sich schon an der dunkelsten Stelle befindet und Sternen klare Nacht hat.... Gut, da mein Körper wahrscheinlich schon auf Reserve lief hat mein Ohr den Wecker nicht gehört. Irgendjemand anderes muss ihn ausgemacht haben. Auf jeden Fall wusste ich schon, dass meine Sebastionpol Wanderung wohl vertagt werden müsste. So auf in ein paar Wochen :D Und ja... ich kann euch sagen, die nächsten Tage lief ich wie ein stock! Aber dazu gibt es bald mehr :)

Handy kann auch Bilder machen Old love story  Panoraaamaa one more :)

 

24.12.2016: "Deutsche" Weihnachten im Schnee oder "Das Abenteuer beginnt dor, wo Pläne enden"

03Jan2017

Diesen Post möchte ich mit dem Satz:

Das Leben/Abenteuer beginnt dort, wo Pläne enden.

Und ja, genau so war das auch an meinem Weihnachten. So der eigentliche Plan war ja, Freitag schon alles schön gepackt zu haben um dann Samstag morgen um 7 hier Timaru zu verlassen und dann die hardcore Mueller Hut Wanderung zu machen. Denkste - das Schicksal hatte eben andere Pläne.

Nachdem ich Freitag nach dem Arbeiten ja eine monströse Delle im Reifen entdeckt hatte, galt es für mich herauszufinden, wo um Himmels Willen eine Werkstatt noch offen hat bzw. an Weihnachten auf macht. Zum Glück wird Weihnachten hier am 25. gefeiert, was also die Chancen etwas erhöhte. Ich habe mich aber schon hier allein rum gammeln gesehen. Auf jeden Fall habe ich dann etwas gegoogelt und herum telefoniert und wusste dann auch eine Adresse für den nächsten Tag. Öffnungszeiten 09:00Uhr. Okay gut. Hauptsache die geben mir das Okay. Am nächsten Tag schnell dort hin gefahren - jetzt hatte die Werkstatt geschlossen aber die Tanke offen. Die Dame war so freundlich und hat gemeint ich solle das doch wirklich checken lassen, sieht nicht so gut aus. Okay. Keine Panik auf der Titanic - neben meiner Arbeit gibt es ein Toyota Fachgeschäft mit den dicken SUV`s - die müssen doch auch ne Werkstatt haben? Dort angekommen meinten die nur "Ooh Shit!" und haben mich zum nächsten Reifenhändler weiter geschickt. Der hatte - natürlich - geschlossen. Daneben war aber das AA was so gut wie der deutsche ADAC ist. Da ich nun meine Story schon perfekt auswendig konnte leierte ich denen auch was vor, von wegen armes Kind das ohne Familie Weihnachten feiern muss. Aber - auch hier hatte die Werkstatt geschlossen. Er meinte aber ich soll die Straße hoch fahren, da gibt es ein Reifenhändler der offen hat. Zum Glück ist TImaru keine Kleinstadt - also für Neuseeländische Verhältnisse.

Dort angekommen meinte der Mann nur, dass er leider keine Zeit hat weil 3 seiner Arbeiter nicht aufgekreuzt sind. Ich soll das aber auf jeden Fall richten lassen bevor ich los zieh. Dann hab ich ihn nur angeschaut und gemeint, dass das die fünf Werkstätten vor ihm auch schon gesagt hätten. Also gut, er hatte Mitleid mit mir und hat alle Reifenhändler angerufen und gefragt ob sie meinen Reifen haben und die Kapazität haben den gleich zu wechseln. In der Tat hat es mich dann letztendlich zu einer LKW-Werkstatt verschlagen, mitten im nirgendwo. Die Leute waren aber so nett, dass sie mein Auto sofort unter die Lupe genommen haben, den Reifen wechselten und die anderen Reifen aufpumpten.

Ziemlich happy und angepisst machte ich mich dann also gegen 11 Uhr in Richtung Mt. Cook. Happy weil ich mal wieder die Hilfsbereitschaft der Neuseeländer zu schätzen gelernt habe und angepisst weil ich genau wusste, dass der Tag eigentlich verloren war. Mein Plan mit der Wanderung konnte ich mir abschminken. Naja aber was solls!

Also bin ich los gezogen und habe dann entdeckt, das Dora sogar CD`s abspielen kann. Ja sowas passiert wenn man irgendwo rum drückt damit man IRGENDWAS empfängt. Sobald man hier aus der Stadt ist gibt es nämlich so gut wie nichts mehr, kein Netz, kein Radio nur das nette Geräusch der holprigen Halb-Schotterstraßen. Auf dem Weg zum Mt Cook habe ich die Aussicht genossen, es war warm und ich kann mich einfach nicht an dieser Landschaft satt sehen. Man fährt durch die verschiedenen Gegenden, kleine Hügel, große Hügel, Berge, Gletscher. Natürlich habe ich wieder ein paar Mal anhalten müssen um die Landschaft zu genießen. Dora ist suuuuper bequem zum fahren! Richtig schnuckelige, kuschelige Sitze. Da will man gar nicht halten aber dann kommt eben dieser Berg oder diese Landschaft und - dank Neuseelänidscher Straßenverhältnisse - kann man dann schonmal eine Vollbremsung hinlegen um sich an den Straßenrand zu stellen. Ebenfalls habe ich am Lake Tekapo angehalten, der dieses mal mega blau war - aber die Lupinen waren vertrocknet und am ausbleichen.

So da ich immer noch nicht wusste was ich mit dem Tag machen soll, entschloss ich, zum Infocenter im Mt Cook Village zu fahren um mir Karten für zwei Wanderungen zu besorgen, die ich für die kommende Tage geplant hatte. Hooker Valley links, Tasman Valley rechts liegen vor mir - Mt Cook Airport neben mir - als plötzlich Rachel anruft und meinte wo ich bin. Sie erklärte mir, dass sie auf den Tasman Gletscher fliegt und die Kinder und die Oma mit nimmt aber Logan will nicht und ich soll doch bitte auf ihn aufpassen. Meine Laune drückte sich damit noch mehr, da ich ja andere Pläne hatte und die WIEDER zerstört wurden. Also gut, ab zum Flughafen. Dort angekommen hieß es dann plötzlich "ihr könnt doch nicht mit". Meine Antwort war dann nur "okay dann geh ich jetzt weil das Infocenter schließt ja bald" aber neeein Rachel wollte das mit Pete klären - der andere Pilot. Als der dann gelandet war hieß es - okay es geht doch. Und dann kam das Beste "We can take you all!" Und ich nur so "Woah noo too expensive for me, thanks man!" Aber der Knüller - ich durfte umsonst mitfliegen!! Gebt euch das mal, zum Glück haben sich meine Pläne verschoben, denn dadurch hatte ich die Chance auf den Tasman Glacier zu fliegen UND wir sind sogar ausgestiegen! Also gab es für mich doch tatsächlich Weihnachten im Schnee.

Das ist soo beeindruckend, wenn man über dem Gletscher fliegt. Man hört die Maschine, fühlt die Sonne und sieht unter sich das Gletscherwasser, den Gletschersee, die Gletscherzunge und es wird dann immer schrofer bis es voll eine weiße, eisige Masse wird. Ein paar Hütten verteilen sich hier und da und zeigen, dass es sich hier um ein Alpines Bergsteigerparadies handelt! Ich versuchte natürlich alles mit der Kamera einzufangen - aber hab dann auch einfach mal genossen. Als wir landeten war das total unreal, sich auf so einem Gletscher zu befinden! Aber total genial! Wir sind also auf dem Tasman Glacier gelandet und haben den Mt Cook vor unseren Augen gehabt! Wer kann den das schon von sich behaupten?!

Es handelte sich nur um eine kurze Tour, welche nach ca. 30min dan auch schon wieder vorbei war. Viel zu schnell um das wirklich zu realisieren. Für mich war das so plötzlich dass ich es immer noch nicht so ganz wahrnehmen kann.

Rachel Working

Am Boden angekommen haben wir uns dann alle geflasht zur Hütte aufgemacht. Ich war ja schon gespannt wie ein Flitzebogen. Die Ferintosh Station entpuppte sich als eine "alte" Hütte neben einer Schaf-Scher-Station. Oder wie auch immer das genann wird. Diese Hütte für die Schafe war übrigens noch großer als unsere. Aber ich habe mir das alles etwas ranziger, heruntergekommener vorgestellt. Es gab einen Generator für Strom, welcher morgens und abends angeschmissen wurde. Ja wenn ich zurück komme ist mein Magen so einiges gewohnt! Die Hütte hat 3 kleine Hüttchen außen rum, wo jeweils zwei Personen drin Schlafen können. In der Haupthütte gibt es zwei große Zimmer mit jeweils 6 Schlafplätzen, ein WOhnzimmer und eine große Küche sowie ein Bad und eine Waschmaschine. Die Toilette befindet sich "außerhalb" wobei man von Tür zu Tür mit einem großen Schritt nicht einmal den Boden berühren muss :D Also nur halb außerhalb. Trotzdem bin ich jetzt ziemlich froh mir meine Stirnlampe gekauft zu haben. Ist doch ziemlich praktisch - auch wenn einem dann die ganze Zeit riesen Falter ins Gesicht klatschen.

Dusche und Badewanne - Luxus Pur

Da der Tag für mich doch ziemlich nervenaufreibend war, beschloss ich nach dem Essen früh ins Bett zu gehen um am nächsten Tag frisch für die Wanderung zu sein. Ich wusste nur noch nicht, ob ich die leichtere, kürzere zum Sebastionpol oder die längere, anstrengendere zu den Sealy Tarns und zur Mueller Hut machen wollte. Ich beschloss das spontan und wetterabhängig zu machen. Aber nach dem Essen sind wir alle noch kurz ins Hermitage, dem Luxus Schuppen am Mount Cook gefahren, denn da war Weihnachtslieder-Singen angesagt.

Achso, an diesem Abend musste ich dann die gefühlten 450 Päkchen für die Kinder mit Rachel einpacken. Denn Weihnachten ist hier am 25.12. und Geschenke werden da morgens ausgepackt. Die Kinder waren also schon ganz gespannt und meinten nur sie würden um 05:00Uhr aufstehen - da meinte ich dann nur, dass wenn sie das machen ich in einem anderen Zimmer schlafen werde :D

 

 

17.12. - 23.12.2016 - Sommerferien und Weihnachtswahnsinn

01Jan2017

Ja ich weiß, es ist ziemlich lange her seitdem ich meinen letzten Blog gepostet habe. Aber es ist ziemlich schwierig sich in den 6-wöchigen Sommer Schulferien abends noch dazu aufzuraffen. Außerdem gibt es vor Weihnachten ja immer viel zu tun :D Geschenke kaufen etc. etc.

Auf jeden Fall ist am Samstag den 17.12. habe ich mal wieder realisiert, dass Neuseeland eine Zucker-Hölle ist! Warum? Weil ich von Mama den leckeren Dr.Oetker Kaischerschmarrn Mix bekommen habe. Den gab es dann bei mir zum Mittagessen und normalerweiße ist das ja süß... Normalerweiße. Aber da hier alles mit sooo viel Zucker versehen ist, hat sich der Geschmack daran schon gewöhnt. War dann für mich also kein süßer Kaiserschmarrn sondern eben.. normal? Falls das Sinn macht. Den Rest vom Tag habe ich gearbeitet - Dora kostet ja einiges. Und meine Hände waren vom Reisbällchen drücken geschwollen und wund. Arbeiten kann so hart sein ;)

Der Sonntag war dann wieder relativ entspannt. Ich habe den Tag damit verbracht, das Zimmer der Kids aufzuräumen und zu ordnen/sortieren. Und das hat tatsächlich einen 3/4 Tag gedauert. Danach haben die Kinder die Wasserrutsche im Garten aufgebaut - ja tageweiße ist hier schon Hochsommer. Die Tage sind dann auch ziemlich schön, da wir draußen im Gras unser Abendessen genießen können :)

Am Montag ging es dann für mich mit Dora zum Einkaufen. Also ich werd mich hier beim Reisen nur noch alle drei Tage duschen - die Preise für Shampoo sind ja verrückt. :D Danach bin ich dann zum Strand gefahren und bin ein Teil des Küstenwegs gelaufen. Dort habe ich ein paar Maoris gesehen, welche die Paua (wunderschöne Muschel) geerntet haben. Ich habe die Paua bis jetzt nur als Muschel und nicht als lebendes Wesen gesehen. War also ziemlich interessant. Der Weg führte vorbei an einer Schlachterei was das wunderschöne Landschaftsbild leider durch einen üblen Gestank zerstörte. War aber auch ziemlich heiß an dem Tag und ja einfach nur eklig :D Hinter der Schlachterei hat man dan einen unglaublich schönen Blick auf die Berge im Inland und den kilometerlangen Strand. Das Wasser war so unglaublich blau und super verschiedene blautöne. Sehr verrückt! Ich habe mir dann zum Mittagessen ein paar Erdbeeren am Strand gegönnt und den Tag im Garten am Haus ausklingen lassen.

 

Der Himmel- blau, das Meer - blau, die Pfütze - blau, blau

 

Am nächsten Tag habe ich dann mein zweites Projekt ins Leben gerufen. Einen englisch-deutschen Blog auf Wordpress. Aktuell ist der Blog noch unsichtbar, da ich ihn mehr füllen möchte. Der Blog wird sich um Blog aber auch die Orte drehen, die ich bereise. Also etwas mehr sortiert und detailliert und nicht so Tagebuch mäßig wie hier. Den Blog werde ich trotzdem weiter führen um auch das "langweilige" Leben zu dokumentieren und viele Bilder zu posten.

Mittwoch hatte ich dann die Mädels für mich alleine. WIr sind erst in die Bücherei gegangen, da wir einige Bücher abgeben mussten und die Bücherei geht immer bei den Kindern - den da gibt es einen PC! Danach hatte ich die Idee mit den Kindern in Farmers zu gehen, was eine Art Müller ist. Die Kinder waren hin und weg das ich sie da rein lasse :D Auf jeden Fall haben wir dann beschlossen, das wir dringend einen Garagenverkauf oder Flohmarkt besuchen müssen um Geld und Platz für neue Spielsachen zu bekommen. Danach sind wir dann noch Schaufenstershoppen gegangen und haben uns so die Zeit etwas Tod geschlagen. Nachdem Rachel uns dan abgeholt hat bin ich arbeiten gegangen.

Der nächste morgen begann dann mit "Mum told us you take us to the Warehouse!" - okaay also gut, dann musste ich also die Rasselbande, zwei Tage vor Weihnachten in ein Ikea-artigen Großmarkt schleppen. War natürlich suuper. Weil die Kids meinten da gibt es was von Ninja Turlte für 5$. Natürlich nicht. Sowas günstiges gibt es hier nicht :D Also ging das Drama im Regal los. Letztendlich wollten sie das Geld zusammen legen um sich was cooleres kaufen zu können. Abends war ich dann wieder am Sushi rollen.

Der 23.12 war dann einfach nur - furchtbar. Das bedeutet ich hab Lunch & Abendessen gearbeitet aber da so viel los war hatte ich nur 2h Pause. Morgens habe ich meine Wäsche gewaschen und Rachel und die Kids beim Packen geholfen. Denn die sind schon am 23.12. zum Mount Cook gefahren für ein paar Tage Urlaub. Also gut. Dann hatte ich auf jeden Fall 2h Zeit für Packen, Essen, Tanken und 20x Sachen für Rachel zusammen suchen und einkaufen. Als ich dann abends von der Arbeit kam war natürlich noch nichts gepackt da meine Klamotten nicht trocken waren. UNglücklicherweiße habe ich dann auch noch eine wunderschöne Delle in einer der Reifen meiner Dora entdeckt. AWESOME! Den Abend habe ich also mit googel beschäftigt, um herausfinden zu können, welche Werkstatt Samstags.... am 24.12. früh morgens geöffnet hat. Denn mein Plan war: 07:00Uhr Abfahrt zum Mount Cook, 09:30Uhr Ankunft Mount Cook Village - 10:00Uhr spätestens auf dem Mueller Hut Track sein. Tja schon einmal vorab: Pläne gehen nie so auf wie man sich das wünscht.... 

 

 

08.12.2016 - 16.12.2016: Weihnachten&Karneval, Jack`s Point Lighthouse & Dora die Diva

17Dez2016

  Nachdem Dora dann in der Werkstatt war, hieß es für mich den ganzen Tag darüber nachdenken, was den wirklich ihr Problem sein könnte. Am Wochenende ist nicht viel spektakuläres passiert.Dora

Am Samstag habe ich Lunch-Time gearbeitet und bin danach mit Nana und den Kids zur Christmas Parade gegangen. Und ja was soll man sagen.... Weihnachtsstimmung kann gar nicht aufkommen. Denn es hatte 26 Grad, und die Xmas Parade war eher wie Fasching. Verkleidete Menschen sind durch die Straßen gezogen und haben Süßigkeiten geworfen. SUPER! Und danach haben sich alle in der Bay getroffen um dort das am besten geschmückte Auto zu nominieren. Außerdem wir über Weihnachten dort ein Karneval sein, und einige der Fahrgeschäfte hatten schon an diesem Tag offen. Aber - die Kiwis haben es noch nicht so raus - keine Essensbuden, also keine Waffeln, gebrannte Mandeln, Zuckerwatte, Schießbuden - eben wie man sich so nen Rummel vorstellen kann. Auf der Parade habe ich dann noch Lisa und Fabienne getroffen, die mich dann mit an den Strang genommen haben. Irgendwann wurden wir dann alle ziemlich hungrig waren, hat es uns ins Coffee Culture verschlagen. Über die Preise brauch ich mich glaube ich nicht mehr aufregen - das ist einfach unglaublich was hier das Zeug so kostet. Danach bin ich dann gleich wieder zum Arbeiten gegangen.

Ich, nach einigen Stunden Arbeit - frisch wie immer! Alex mit ihrem Hut den sie selber in der Schule gebastelt hat Eine Stunde Arbeit

Sonntag habe ich mich dann mit Marion getroffen. Eigentlich wollten wir in den Peel Forest aber da meine Beine gefühlt Tod waren und das Wetter auch nicht so super sein sollte, entschieden wir uns doch für Timaru. Dort sind wir zuerst in den Botanischen Garten gegangen. Interessanterweiße gibt es dort sehr viele Farne u.ä. in einer Art Gewächshaus. Aber auch draußen ist ein Rosengarten, ein großer Teich mit boshaften Enten und ganz viel grün. Ziemlich schön angelegt! Danach haben wir uns auf die Suche nach dem Strand gemacht. Denn ich habe mal einen über 20km langen Strandweg ausfindig gemacht, der anscheinend (Fast) die komplette Küste entlang zu gehen scheint. Dort angekommen sind wir dann an den Jack`s Point Beach gegangen um den 5km entfernten Leuchtturm zu erreichen. Der Strand war voll mit großen, runden Steinen. Es ist ein wilder Strand, die Wellen sind sehr mächtig gewesen. Meine Arbeitskollegen haben mir davon erzählt, dass einige dort Surfen gehen aber wegen Steinen im Wasser ziemlich gefährlich sein kann. Auf jeden Fall haben wir uns dann mühsam durch die Steine gekämpft und dabei einige Paua-Muscheln gefunden. Als wir dann endlich am Leuchtturm angekommen sind, haben wir Rast gemacht und die wunderschöne Landschaft genossen. Gerade aus erwartete und das Meer, hinter uns die Berge des Inlandes, links weiter kilometerweite Küstenlinie und rechts Timaru. Das Meer war wie immer wunderschön Türkis. Auf dem Weg zurück sind wir durch die Wetlands gelaufen, welche mich etwas an die Camargue erinnerten. Dort haben Marion und ich auch von Frankreich geschwärmt. Die Wetlands sind kurz hinter dem Strand und durch viele kleine Seen und Flüsse durchzogen. Als wir dann das Auto erreicht haben, sind wir zu Marion aufs Land gefahren. Sie wohnt einfach nur unglaublich. Mitten im nirgendwo taucht plötzlich ein Anwesen auf mit 3 Häusern darauf + Pferd, Pony, Pool & Spa. Und ja - das Tor trägt die Initialien der Familie. Einfach nur gigantisch! Richtig schön eingerichtet. In Marions eigenem Appartment haben wir dann Brave angeschaut. Ein Disneyfilm - und was für ein guter. Habe den in Deuschland nicht sehen wollen weil ich dachte der ist schlecht, but noo!

Wer braucht schon Karibik? Timaru Anscheinend schwimmen hier einige große Fische im Wasser.. Paua See-Schnecke? Wo das Land auf das Meer trifft Jack`s Point Lighthouse Magic Timaru im Hintergrund Ein hoch auf Leggings - was würde ich nur ohne diese Wetlands Wetlands

Montag früh wurde ich dann von der Werkstatt geweckt - und nach dem Telefonat wollte ich einfach nur unter meiner Decke bleiben. Leider war es der Elektorische Fensterheber Motor der mir durchgebrannt ist. Als ich dann hörte wie viel das Kosten würde habe ich erstmal bei der Arbeit angerufen und gefragt ob ich mehr arbeiten darf. Beim Auto abholen hatten die Mechaniker aber so Mitleid mit mir, dass sie mir nur eine Arbeitstunde berechneten und daher kam ich 100$ billiger weg. Der ganze Spaß hat mich 360$ gekostet.

Auf jeden Fall war ich dann voll den ganzen Tag und auch den darauf folgenden Tag niedergeschmettert - dieses Geld habe ich für andere Dinge eingeplant. Aber ja, das Leben ist eben nicht zum planen und ab und an sollte man eben seinem Bauchgefühl vertrauen. Dienstag habe ich dann den ganzen Tag die Viking-Staffel 3 angeschaut und bin im Bett geblieben. Bzw. am morgen war ich mit Annika im Warehouse, für die Kinder Weihnachtsgeschenke kaufen. Für schmales Budget.

Mittwoch habe ich dann Marion abgeholt und bin mit ihr zu Fabienne gefahren. Zumindest hoffte ich stark das ich dort jemals ankommen werde. Denn Dora die kleine Diva hat es doch tatsächlich geschafft, als Automatikauto abzusaufen. Falls irgendjemand unter euch Mechaniker ist - beim langsam ausrollen lassen schält sich meine Dora ab und an aus. D.h. wenn ich weder bremse noch Gas gebe und laaangsam an eine Kreuzung oder eine Ampel ran rolle geht sie aus. Schlimm oder nur eine der Backpacker-Auto-Marotten? Für alle anderen kann ich demnächst eine Spendenseite eröffnen, die Mitleid mit mir und Dora haben. Auf jeden Fall ist das zum Glück nur einmal auf dem Hinweg passiert. (Und einmal auf dem Rückweg). Bei Fabienne haben wir dann Matrix geschaut und Heiße Schoki getrunken. Fabienne wohnt ungefähr noch mehr am Popo der Welt als Marion. Irgendwo im Nirgendwo zwischen zwei Hügeln, auf einem anderen Hügel, auf einer Farm. Aber - ich werde definitv da mal bei Tageslicht raus fahren. Countryside ist hier echt unglaublich schön!

Der nächste Tag war dann wieder sehr entspannt. Ich beschloss erstmal wegen Dora abzuwarten - vielleicht bin ich ja auch einfach zu blöd, Automatik zu fahren. Auf jeden Fall konnten die Kids dann entscheiden ob sie in die Schule möchten oder nicht. Jessi blieb zu Hause und gammelte den ganzen Tag auf dem Sofa. Alex wollte nochmal in die Schule. Nach einigen Stunden konnte ich sie aber abholen und es hieß offiziell "SUMMER HOLIDAAAAYS!" Oh yes - bis 1.2. heißt es jetzt Kinderanimation all day long. Drei Päkchen kamen an diesem Tag an und ich habe mich riiiesig gefreut. Mama`s selber gemachte Plätzchen haben wenigstens für 1 1/2 Tage gehalten und etwas Weihnachtsstimmung verbreitet. Auch die Deutschen - Glutenfreien Süßigkeiten kamen bei den Kids ziemlich an.

Freitag bin ich dann mit den Mädels an den Strand gegangen um dort mit den anderen Au Pairs den super schönen und sonnigen Tag zu genießen (Habe nur noch 1 Tag Sonnenbrand deshalb gewöhne ich mich grad etwas an die NZ Sonne). Meine Mädels sind sogar getaucht im Meer, ich stand nur mit den Füßen drin und bin über die Wellen gesprungen - war daher auch von oben bis unten nass. Danach sind wir noch in den 2$-Shop gegangen um einigen neue Stifte und ein Malbuch zu kaufen. Bei Coffee Culture durften die zwei sich dann noch einen Milkshake gönnen. Abends bin ich dann wieder arbeiten gegangen und Dora ist mir 3x ausgegangen. Okay... das Wochenende geb ich ihr noch eine Chance und werde sie etwas testen und ja - dann mal schauen ob ich sie Montag in die Werkstatt bringe und mal nach der Ursache Frage oder nicht. Und je nach dem trennen sich unsere Wege dann eventuelle wieder oder ich finde mich damit ab und muss eben mehr Gas geben. We will see! Drückt mir alle die Daumen.

07.12.2016 : Dora & Me

09Dez2016

Eigentlich wollte ich hier in Neuseeland kein Auto kaufen. Ich wollte mit dem Bus fahren, Hitchhiken und laufen. Aber... nachdem ich nun doch schon ein bisschen hier bin und auch einige Tripps mit den anderen Au pairs gemacht habe, entschloss ich mich doch für ein Auto. Denn es ist ziemlich tricky, wenn man zu weniger bekannten Orten, einem abgelegenen Strandabschnitt oder einfach mal Mitten in die Pampa gehen möchte. Das einzige was wirklich gut funktioniert mit Hitchhiken, Mitfahrgelegenheiten und Bus sind die Strecken von Stadt-zu-Stadt. Ich denke auch ohne Auto kann man sich hier durchschlagen. Aber ich möchte eben keine Kompromisse eingehen, ich möchte dort hin gehen wo ich hin möchte und dort halten wo es mir gefällt. Ich möchte eben meine Reise selber bestimmen. Deshalb muss ein Auto her!

Gesagt getan hielt ich also den Automarkt im Blick. Was möchte ich für ein Auto? Auf jeden Fall eins, worin man schlafen kann. Aber für ein Campervan fehlt mir einfach das nötige Cash. Also irgendwas dazwischen. Nach langem suchen fand ich dann doch ein Mazda Capella, welcher nach dem umklappen zu einem super Schlafplatz wird. Also habe ich mich mit der vorherigen Besitzerin getroffen und habe gleich den Opa hier mit genommen. Nachdem wir das Auto Probe gefahren sind und es auch erst letzten Monat neuen TÜV bekommen hat, entschied ich mich für dieses Auto, da es preislich einfach unschlagbar war. Also Matratze, Campingkocher, Campinggeschirr, etc. ist alles vorhanden. Und zum aktuellen Zeitpunkt gibt es wenige Autos unter 3000$.

Am Mittwoch war es dann soweit, ich habe mich mit einer Mitfahrgelegenheit auf den Weg nach Christchurch gemacht um Dora zu übernehmen. Nachdem ich Guna (die vorherige Besitzerin) dann zum FLughafen gebracht habe, ist uns doch tatsächlich das Fenster "kaputt" gegangen. Das bedeutet, dass das Fenster auf der Fahrerseite nicht mehr nach oben gehen will. Super! Autos, Fenster und ich haben irgendwie eine seltsame Beziehung. Auf jeden Fall bin ich dann meine ersten ~230km im Linksverkehr, bei 8°C mit offenem Fenster gefahren. Wuhu! Zum Glück ist Dora`s Radio sehr gut. Was lernen wir daraus? Autos haben eben ihre Macken und nunja zum Glück ist das hier passiert und nicht irgendwo in der Pampa! Das bedeutet, mein Plan Dora am Wochenende hübsch zu machen und all die Decken & Co. zu waschen fällt eher mal ins Wasser. Dora befindet sich aktuell in der Werkstatt und -  Fingers Crossed - hoffentlich ist das Fenser nur aus der Halterung gesprungen. Denn man hört den Motor wie er versucht das Fenster hoch zu fahren... Falls es doch der "Fenstermotor" sein wird, werde ich hier ein kleines Spendenkonto errichten :D

Ich bin auf jeden Fall schon ganz gespannt wohin Dora und ich so gehen werden.

Ein paar Zahlen und Fakten bis jetzt:

Ich bin mit 2 Flugzeugen und insgesamt 3 Stop-over hier in NZ angekommen. [Falls irgendjemand weiß, wie ich die Meilen ausrechnen kann - bitte her mit eurem Wissen]

Ich bin einmal mit dem Bus nach Christchurch gefahren.

Habe das alte Fahrrad hier zu meinem besten Freund gemacht und bestimmt schon etliche Kilometer damit gefahren.

Auch zu Fuß bin ich hier in Timaru immer einiges unterwegs (sollte mal km tracken).

Des weiteren habe ich einen "Business" Tripp nach ChCh und Akaroa gemacht.

Bin einmal mit einer Mitfahrgelegenheit nach ChCh gefahren und insgesamt mit 7 verschiedenen Personen durch Neuseeland gedüst.

Dabei bin ich mit den Mädels zweimal in Richtung Mount Cook  sowie in die Catlins gefahren, und wir haben insgesamt 1951km auf der Straße verbracht.

Nun zähle ich die km die ich selber fahren werde :)

Sobald Dora geputzt ist gibt es dann auch Bilder von ihr ;)

 

 

 

03.12. - 04.12.2016: 640km on the Road

08Dez2016

Vorab: Es ist ziemlich schwierig einen Blog konstant zu füllen, wenn nicht wirklich etwas "neues" passiert. Das bedeutet, dass ich mich täglich mit drei Kiddies herum schlagen muss und ab und an noch in dem Restaurant arbeite. Da passiert meistens nicht ganz so viel spektakuläres. Das alltägliche Drama des ins-Bett-gehen oder eben das tägliche diskutieren, warum der eine zwei Nudeln mehr bekommen hat als der andere. Auf der anderen Seite die Gespräche mit den Kindern, welche einem selber die Augen öffnen und wobei man merkt, dass man die Kleinen nicht vor allem beschützen kann und sie viel mehr wahr nehmen als gedacht... Also an alle Mütter da drausen - Respekt! Kinder sind wirklich wunderbar aber rauben eben auch sehr viel Energie (und man gibt sein eigenes Leben für Kinder mehr oder weniger auf) :D

Auch in der Arbeit geschieht nicht viel neues. Nur dass mich jeder sofort als Nicht-Kiwi outed. Kulturelle Unterschiede merke ich hier am ehesten. Ich meine in Deutschland bringt dir jemand dein Essen "Guten Appetit, lassen Sie es sich schmecken, falls Sie irgendwas benötigen, einfach melden *überfreundliches Lächeln und wieder verschwinden*". So machst du das hier in NZ, gilst du als unfreundlich - und ja das musste ich einigen Gästen erklären das es für mich äußerst seltsam ist, mit jedem Gast dem ich Essen bringe Smalltalk zu führen. Ich meine ... warum?! Die wollen essen und ich muss arbeiten, aber gut, andere Länder, andere Sitten.

 

Aber ich versuche zumindest alle vierzehn Tage an meinen Wochenenden mehr von der Südinsel zu sehen. Letztes Wochenende ging es dann zusammen mit Melanie auf eine 640km Rundreise. Kurz zusammengefasst:

Timaru - Fairlie: Brot & Pies - Tekapo: Lupinen und Tourists - Clay Cliffs - Pukaki - Schlafplatz finden - Sterne gucken - Duschen im Gletschersee - Tasman Valley - Mount Cook Village - Timaru [Und nicht wundern, meine Bilder sind sch****, kommt halt davon wenn man die Kamera falsch einstellt und es erst beim Bilder anschauen auf dem PC bemerket]

Am Samstag startete unsere Reise am Little-Wonders Kindergarten in Timaru und unser erstes Ziel hieß Fairlie. Die Straße nach Fairlie ist einfach - wie fast alle Routen hier - atemberaubend. Und ja ich werde mich niemals daran gewöhnen. Man fährt direkt auf die Berge zu, die immernoch mit Schnee bedeckt sind. Hier ist alles so weit, man hat das Gefühl in alle Richtungen bis zum Horizont blicken zu können. In Fairlie angekommen haben wir uns in einer der bekanntesten Bäckerein erstmal eine Pie gegönnt. Außerdem habe ich mir auch ein Brot gekauft - da ich ja immer noch nicht die Hoffnung für gutes Brot hier in NZ aufgegeben habe. Also die Pie war lecker, da ich aber noch nirgends wo anders eine Pie gegessen hatte, kann ich nicht wirklich einen Unterschied nennen. Das Brot schmeckt zwar auch gut und hat sogar eine Kruste doch lässt sich beim schneiden auch zusammen knautschen. Und ja für mich ist der Knautsch-Test der Beweiß für gutes Brot :D

PieS Schinken + Lachs Füllung

Nachdem wir uns wieder in das Auto geschwungen haben, ging es weiter zum Lake Tekapo. Melanie hatte noch nie Lupinen gesehen und war ziemlich beeindruckt. Wie gesagt gefällt mir Tekapo nicht ganz so, da an dem Hauptstrand sehr viele Touris, Busse und Kameras zu sehen sind. Jedoch haben wir sogar eine kleine Stelle gefunden, wo wir nur 4 andere Touris gesichtet haben. Und tatsächlich gefiel es mir dort. Aber auch nur wegen den Bergen. Ich werde auf jeden Fall zurück kommen um hier mal eine Wanderung zu unternehmen!

Vorbei am wunderschönen Lake Pukaki ging es dann in Richtung Omarama zu den Clay Cliffs. Zu den Clay Cliffs führt eine Schotterstraße bis man vor einem Tor steht. "Private", d.h. 5$ für die Benutzung der nächsten Gravel Road welche wirklich reudig ist. Ich meine da ist kaum Schotter, mega Schlaglöcher und sehr schmal. Für was die 5$? Aber so ist das eben hier. Nach einigen Minuten eröffnen sich auch schon die Cliffs hinter einer Kurve. Vom Parkplatz aus sieht man auf der einen Seite die Clay Cliffs, auf der anderen Seite das komplette Tal, mit einem wunderschönen Fluß welcher von Lupinen umrundet ist. Die Clay Cliffs sind wirklich interessant. Sie wirken so surreal weil sie einfach nicht in das Landschaftsbild passen. Die Frage die wir uns gestellt haben: Wie entstehen solche Clay Cliffs?! Man kann die verschiedenen Schichten erkennen, mal glatt, mal steinig. Diese Clay Cliffs ragen sehr weit in den Himmel. Man kann sogar ein bisschen innerhalb der Cliffs laufen - doch Achtung! Sobald es regnet würde ich das niemandem empfehlen. Die Clay Cliffs wirken sehr instabil und es ist mega steil und steinig dort. Wenn der Boden noch nass wäre, dann wäre das eine sehr rutschige Angelegenheit. Das Wetter war übrigens perfekt. Nicht zu viel Sonne, nicht zu viel Regen. Am Horizont sieht man am Ende des Tals, wie sich gerade eine Wolke entleert und der Himmel sich zusammen zieht. Doch das ist hier normal - wechselhafte Bedingungen.

Danach sind wir an den Lake Pukaki zurück gefahren und haben diesen ein bisschen erkundet. Es gibt einfach so wunderschöne Buchten, wenn man die Hauptstraße verlässt und in Richtung der Self-Contained Campingplätze fährt. Der Plan war, in einer der Buchten unser Auto abzustellen um dort zu übernachten. Wir haben dann eine schnuckelige Bucht gefunden - mit Lupinen. Dort haben wir uns an den Strand gesetzt und den Sonnenuntergang genossen. Mit Insektenspray! (Was ich mir unbedingt zulegen sollte) Dort haben wir auch zu Abend gegessen und schließlich noch ein Lagerfeuer gemacht. Nachdem wir noch den unglaublich tollen Sternenhimmel beobachtet haben sind wir dann schließlich zurück ins Auto gekrochen um dort in unseren Schlafsäcken in den Sitzen zu schlafen. Das war zwar stellenweiße sehr kalt - aber doch machbar.

Blaue Reflektion des Sees in den Wolken ubearbeitetes jpeg bild

Am nächsten Tag sind wir dann mit einem Blick auf den See aufgewacht - sogar ohne Rückenschmerzen! Uns war etwas kalt und wir fühlten uns wegen Insektenspray und Sonnencreme etwas "eklig". Also was tut man dagegen? Genau richtig, im eis kalten Gletschersee baden gehen. Was natürlich super kalt war und uns aber sehr gut durchblutet hat. Danach war uns dann auch wirklich warm und wir haben unser Frühstück im Schlafsack eingemummelt mit einem Blick auf den See genossen.

Dann hieß es ab in Richtung Tasman Valley. Das Tasman Valley befindet sich im Mount Cook Nationalpark. Das heißt man fährt die gleiche Strecke wie zum Mount Cook. Die ganze Zeit mit einem wunderbaren Blick auf den Mount Cook. Ebenfalls zeigt sich der Mount Sefton welcher - meiner Meinung nach - unglaublich faszinierend ist. Denn auf ihm befindet sich Eis, welches aussieht, als würde es jede Minute herunter fallen! So unglaublich schön, kaum zu beschreiben wie es aussieht, vor einem solchen Berg zu stehen. Berge und Gletscher sind einfach so faszinierend!

Im Tasman Valley angekommen war es dann schon ziemlich warm, die Sonne hat sich durch die Wolken durch gekämpft. Das bedeutet - Sonnencreme! Der Tasman Valley Track ist wirklich nicht schwierig. 40-60min return. Das bedeutet, man läuft nur einen kleinen Hang hinauf. Dabei kommt man an den "Blue Lakes" vorbei, die anscheinend mal sehr blau waren, wegen dem Gletscherwasser. Da sie aber vom Gletscher nun schon einige Jahre getrennt sind, sind die Seen grün und sehen wengier einladend aus. Außerdem wimmelte es dort nur von Fliegen/Mücken/Mosquitos/Sandflies/Was-auch-immer. Nachdem wir also die gefühlten 500 Stufen hinter uns gebracht haben, eröffnete sich uns ein Blick auf den Tasman Glacier, dem Tasman Glacier See, welcher voll mit Eisbergen war. Nachdem wir diesen Blick einige Minuten genossen haben, entschlossen wir uns, einen anderen Weg zu gehen um näher an den Gletschersee zu gelangen. Der Weg dorthin war eben und auch nich allzu lange. Die Vegetation war voller Büsche und Sträucher. Am See angelangt genossen wir das Wetter, die Bergluft und die Aussicht.

Ich liebe diesen Tchibo-Pulli Die Stufen!! Was für eine Wanderung :D

Bevor wir uns auf den Weg nach Hause gemacht haben, sind wir noch ins Mount Cook Village gefahren. Dort habe ich mich erkundigt was es kostet, die Bergausrüstung zu mieten und allgemein über die verschiedenen Hikes. Im Shop haben wir dann auch noch etwas Geld liegen lassen. Lunch gab es für uns dann mit wunderbaren Blick auf den Mount Cook und den Mount Sefton. Danach sind wir dann zurück ans Meer gefahren. Und wie immer wird man nach dem Mount Cook sehr müde. Wir haben die Landschaft und den wunderschön blauen Pukaki genossen.

Ach ja - und nun steht im Mount Cook Village ein Hinweiß, dass man sich vor den Falken in Acht nehmen soll. Hat wohl jemand meinen Post gelesen.

Und ja - ich bin total genervt von meinem dummen Fehler den ISO nicht zu checken. Die Bilder könnten so schön sein...

 

21.11. - 25.11.2016: Geburtstag am Strand, Autos und Japanische Whisky Bars

26Nov2016

Da sich nun doch schon einige beschwert haben, dass mein Blog immer so etwas hinter her hängt - es ist wirklich schwierig, etwas zu schreiben, wenn doch fast alles "Alltag" wird. Und Abends bin ich meistens zu müde um kreativ zu werden.

Nun gut, die letzte Woche beinhaltete wieder das ganz normale Prozedere: Kinder zur Schule bringen, bisschen Haushalt, auf die Kinder nach der Schule aufpassen und natürlich ganz viel Essen. Fazit: ich möchte niemals 24h/7 Tage zu Hause sitzen, ich würde nur am essen sein :D

Diese Woche beinhaltete aber noch einiges mehr. Ich feierte zum Beispiel das aller erste Mal meinen Geburtstag bei fast 30 Grad. Dieses Gefühl war sehr seltsam - Geburtstage sind eigentlich immer kalt und regnerisch. Aber gut, nachdem ich aufgestanden bin, wurde ich auch schon von drei aufgeregten Kindern empfangen, welche mir alle wunderschöne Karten gebastelt haben. Außerdem habe ich von der Familie noch Ohrringe und Schokolade (ich werde hier als Kugel enden!!!) geschenkt. Nachdem ich die Kinder in die Schule gebracht habe, machte ich mich auf den Weg in die Stadt. Ich habe entschlossen, mir einen Job zu suchen und benötigte daher meinen CV, ein Bank-Account und natürlich eine IRD-Nummer. Nachdem ich mich in einigen Restaurants und Café erkundigt und meinen CV hinterlassen hatte, machte ich mich auf den Weg zum Strand. Dort traf ich dann noch kurz Lisa. Am Strand angekommen genoss ich die frische Brise und die warme Sonne! Hat sich ein bisschen wie Urlaub angefühlt. :) Um 5 wurde ich dann wieder zurück zum Haus geordert und dort erwartete mich die ganze Familie mit Opa und Oma. Es gab Wein, Essen (Hühnchen und Kartoffelbrei) sowie eine richtig leckere Torte/Kuchen/Dessert. Pavlova wird nun auch in das Deutsche Sortiment aufgenommen. Pavlova is ein Australisches/Neuseeländisches Nationalgericht, wobei die beiden Länder sich nicht einigen können, wo das Gericht zu erst entdeckt wurde. Also haben die Australier das den Neuseeländern geklaut und aus Australischer Sicht ist das natürlich umgekehrt. Auf jeden Fall ist dieses Dessert einfach nur Baisermasse mit einer Sahne/Creme Mischung welche auf die Baisermasse gegeben wird um schließlich mit Früchten verziehrt zu werden. Schmeckt sehr lecker - aber viel kann man davon nicht essen. Am Abend bin ich dann noch mit Fabienne und Lisa zur Caroline Bay gegangen um dort endlich mal die Pinguine zu sehen. Und tatsächlich haben wir ein paar gesehen. So süß! Wie sie einfach so aus dem Meer gewatschelt kommen um in ihren Unterschlupf die Nacht zu verbringen. Leider hat das mit Fotografieren nicht so gut geklappt. War ja schließlich schon dunkel!

Pavlova

Am nächsten Tag hatten wir dann Rob zu Besuch. Falls ihr euch nicht mehr an Rob erinnern könnt, dass ist der Mann mit längeren Haaren als ich, welcher in seinem Auto wohnt und nur Barfuß geht. Und ich habe mich so gefreut ihn zu sehen! Er ist wirklich ein spezieller Typ. Und das beste ist, er hat sich genau daran erinnert, dass ich ihm davon berichtete, dass ich einmal in meinem Leben gerne Orcas sehen möchte. Und er meinte nur zu mir, da Kaikoura nun ja eher nicht in Frage kommt und er nicht weiß wann und ob ich die Orcas hier sehen kann, hat er ein Geschenk für mich, damit ich die Orcas immer bei mir habe - und hat mir eins seiner Fotografien geschenkt. Wahnsinn oder? Das ist etwas was ich am Reisen so sehr liebe - dass Fremde einfach zu Freunden werden können ohne großes Schnick-Schnack und Drama!
Am Abend bin ich dan mit Ron (Opa) nach Geraldine gefahren und wir haben uns ein Backpacker Auto angeschaut. Dieses Auto ist ein Baujahr 2000 alter/junger Mazda Kombi und scheint recht gut da zu stehen. Die junge Lettin wollte jedoch 3000$ - ich bot ihr 2000$. Vielleicht kann man sich ja in der Mitte treffen. Auf jeden Fall kann der Opa gut verhandeln :D Wobei das Auto auch keine 3000 Wert ist, da es an einer Seite leicht verschrabbt und eine Delle hat. Backpacker Auto eben. Aber der Motorraum und auch sonst das Fahren und alles passt.

Am Donnerstag habe ich dann auch einen Anruf von einer japanischen Whiskybar erhalten um dort Probearbeiten zu gehen. Das Probearbeiten war wirklich gut. Die Leute sind super nett und freundlich. Ich durfte Sushi, Rice Balls und andere japanische Spezialitäten machen.

Am Freitag war dann klar, dass ich den Job habe und verbrachte dann auch den kompletten Freitag in der Küche. Ich bin dort mehr oder weniger eine Küchenhilfe die spült aber auch Essen vorbereitet und den Köchen zuarbeitet. Bzw. einige Gerichte auch selber Koche. Des Weiteren darf ich etwas im Service helfen und laut Bar-Managerin sollte ich auch irgendwann noch die Bar lernen. Also Mädchen für alles. Aber das gefällt mir bis jetzt eigentlich sehr gut. Denn den ganzen Tag im Haus sitzen macht rund und müde :D Deshalb tut mir die Abwechslung sehr gut - außerdem verbessert es mein Englisch noch einmal da ich durch Musik, Küchenlärm und fünf Türen verstehen muss, welches japanisches Gericht ich jetzt machen soll :D

Wie ihr seht, ist in dieser Woche doch ein bisschen was passiert :) Jeden Tag ein bisschen mehr :)

19.11 & 20.11.2016: The Catlins

25Nov2016

Am Samstag war es dann endlich soweit, wir fuhren in die Catlins. Wir, das bedeutet Annika, Lisa, Fabienne, Anja, Laura, Marion, Elin, Sabrina und ich, hatten den Plan Samstags zu Surfen und Sonntags die Cathedral Coves zu erkunden. Nun, Pläne gehen ja bekanntlich niemals so auf, wie man sie geplant hat. Also vorab: wir haben beides nicht geschafft.

Um 06:00 Uhr bewegten sich dann zwei VW Golf in Richtung Süden. Der erste Stop ließ nicht lange auf sich warten. Frühstück und Pipi-Pause im McDonalds in Omaru. Ausgewogene Ernährung ist auf solchen Tripps sehr wichtig! Nach 2000 weiteren Pipi.Stops und einem Autocheck, wo all unser Automechaniker-Wissen gebraucht wurde, erreichten wir dann die "Stadt" Kakka Point, die kurz vor dem Nugget Point liegt.

Der Weg zum Nugget Point schlängelt sich entlang der Küste und bietet immer wieder wunderschöne Blicke über die verschiedensten Buchten. Eine schöner als die andere. Letztendlich wird aus der normalen Straße eine Gravelroad (Schotterstraße), welche auf einen Felsvorpsrung hinauf führt. Dort hat man wieder einen super Blick auf die komplette Küstenlinie. Nach ungefähr 15-20min Fußweg zeigt sich dann auch der Nugget Point - der Leuchtturm. Der wunderschön gelegen am Ende einer Klippe liegt. Von dort hat man einen schönen Blick auf die darunter liegenden Seelöwen und Robben. Die Vögel kreisten über uns und wir genossen die warme Sonne. Dieser Ort bietet eine magische Athmosphäre, inder man einfach länger verweilen möchte.

Nachdem wir uns auf den Weg gemacht haben, hielten wir an einer der wunderschönen Buchten und aßen unser Lunch bei Sonne pur und einer leichter Brise. Danach fuhren wir dann zur Curio Bay, wo sich auch unser Haus befinden sollte. Aber zuerst wollten wir uns den Jurassic Petrified Forest anschauen. Das ist ein 180 Millionen Jahre alter, fossilierter Wald der bei Low Tide (Ebbe) eben zum Vorschein kommt. Dieser ist ziemlich beeindruckend, da man die Baumstümpfe und teilweiße ganze Stämme begutachten kann. Jedoch wurde uns spätestens dort klar, dass es nicht mit dem Surfen wurde. Uns hat es fast durch die ganze Bucht geweht und das Meer war einfach nur am toben. Die Wellen sahen aus, wie wenn sie sich mehrere Meter hoch auftürmten.

 

Danach sind wir zu unserem Haus am Meer gefahren. Und ich muss sagen, daran könnte ich mich gewöhnen. Aus jedem Fenster erstreckte sich das Meer und der Strand. Einfach nur wunderschön. Der Wind tobte und irgendwie viel mir da nur diese Bier-Werbung ein "Wenn du die See gemacht hättest, hättest du sie ruhig gemacht?" Nein. Und genau das machte diesen Ort noch magischer. Im vom Kaminfeuer erwärmten Haus das toben der Wellen zu beobachten - traumhaft. Das Haus hatte sogar einen eigenen Strandzugang. Des Weiteren haben wir dann noch einen Seal (Seerobbe) gesehen. Da die Surflessons doch tatsächlich ausgefallen sind, fuhren einige von uns zum Slope Point. Für die 15km haben wir auf der Gravel Road gefühlte Stunden gebraucht.

Der Slope Point ist der südlichste Punkt Neuseelands - ausgenommen Stewart Islands. Dieser Ort befindet sich auf einer Klippe und wird durch ein Schild markiert. Der Wind hat bis dahin nochmal deutlich zugelegt und wir wurden teilweiße sogar wirklich weg geweht. Diesen Naturgewalten ausgesetzt zu sein, macht irgendwie lebendig. Total verrückt sich mit seinem ganzen Körpergewicht gegen den Wind zu stellen, um dann von der Gischt einer Meter hohen Welle getroffen zu werden. Der Wind forderte Sonnenbrillen und weitere Dinge als Tribut und das atmen wurde immer schwerer. An diesem Ort gibt es Bäume, die komplett schräg wachsen - kein Wunder bei diesem Wind! Das sieht alles so surreal aus.

Nach dem Slope Point sind wir noch zu dem Waipapa Point Lighouse gefahren. Ein wunderschöner Leuchtturm, umgeben von grasbedeckten Dünen und der wilden See. Dort haben wir wieder Seelöwen/Seerobben gesehen. Und der Wind wurde gefühlt immer stärker - einfach nur unbeschreiblich.

 

Als es uns dann doch fast alle nur noch durch die Gegend geweht hatte, fuhren wir zurück in das Haus am Strand und machen uns Abendessen. Danach haben wir uns noch mit einer Tasse Tee an den Strand begeben und einen kleinen Spaziergang gemacht.

Am Sonntag standen einige von uns ganz früh auf, um den Sonnenaufgang zu erleben - jedoch war es leider bewölkt und daher ging es für uns zurück ins Bett. Nach dem Frühstück machten wir uns alle fertig und es ging ab zur Cathedral Caves, welche jedoch wegen der Tide noch geschlossen war. Daher gingen wir zu den nahegelegenen McLean Falls. Diese Wasserfälle sind wunderschön. Ein kurzer Spaziergang durch den National Forest, welcher eine Art Regenwald ist - und schon befindet man sich am Wasserfall. Auf dem Weg dorthin gibt es die verschiedensten Pflanzen, Farne, Bäume und vor allem Grüntöne. Man kommt sich vor wie auf einem anderen Kontinent!

Der Wasserfall ist sehr hoch gewesen und eröffnete sich nach einem kleinen Anstieg. Einfach nur atemberaubend. Einige von uns kletterten einen kleineren Wasserfall hinauf um dort den großen Wasserfall besser begutachten zu können.

Danach sind wir noch zu dem wohl bekanntesten Wasserfall gefahren, den Purakanui Fall. Dieser Wasserfall war bereits nach einem 10 Minütigen Spaziergang durch den heimischen Regenwald erreicht. Er ist 70m hoch und befindet sich auf 3 Ebenen. Irgendwie hatte ich so ein Urwaldfeeling - mich hätte es nicht gewundert, wenn Elephanten und Affen unseren Weg gekreuzt hätten.

Auf unserem Weg zurück nach Timaru genoss ich noch die unterschiedlichsten Landschaften bei heiterem Sonnenschein. Wir fuhren wieder durch Küstenregionen, auf Klippen, an Buchten vorbei, durch den Regenwald...

Dieser Ort bietet einfach zu viel, um das alles in zwei Tagen wahrnehmen zu können. Ich würde gerne noch einmal Richtung Süden fahren aber dann mit mehr Zeit in meinem Gepäck. Because I don`t wanna be in a rush :)

Die Scenic Road (Straße von Dunedin nach Queenstown) ist übrigens der Wahnsinn! Man fährt durch Strandgebiete mit Küsten, Klippen, Buchten sowie Regenwälder, über Hügel und FLachland. Es gibt hier so viel zu sehen und hinter jeder Kurve ändert sich das Landschaftsbild!

13.11 - 18.11.2016: Erdbeben und Nachbeben

21Nov2016

Am 13.11 fühlte ich mich irgendwie merkwüdig. Den ganzen Tag über hatte ich Kopfschmerzen und war irgendwie platt. Ob das wirklich alles vom Wandern kommen kann? Also verspannte Schultern von dem schweren Rucksack + Sonnenbrand auf den Augenlidern und in den Augen kann ja schon einmal zu Kopfschmerzen führen.

Auf jeden Fall musste ich mich dann den restlichen Tag ins Bett verkrümeln, da mir die Kinder zu laut waren und es draußen zu hell war. Am Abend war es dann immer noch nicht wirklich besser.

Kurz bevor ich ins Bett gehen wollte, dachte ich, mir wäre schwindelig und mich würde es gleich umhauen - aber als ich dann gesehen habe, dass mein Wasser und auch der Rest vom Zimmer das Wackeln angefangen hat wusste ich sofort, dass es sich um ein Erdbeben handelte.

Das Beben fühlte sich sehr seltsam an, eher wie wenn man auf einem Schiff auf hoher See unterwegs wäre. Das ganze Haus bewegte sich wellenartig und hörte erst nach über einer Minute damit auf. Rachel und ich haben uns nur angeschaut und dachten genau das selbe - wo ist das Epizentrum?! Als wir dann herausfanden, dass das Beben 7.8 stark war und sich in der Nähe von zwei Touri-Spots (Hanmer Springs & Kaikoura) befand, haben wir das schlimmste erwartet. Auch die Nachbeben haben wir deutlich gespürt. Auf Geonet.org.nz kann man deutlich sehen, wo auf der Welt Beben in welcher Stärke passierten. Und gefühlt bebte ganz Neuseeland die ganze Nacht durch. Da wir niemanden in Kaikoura erreichten war uns klar, dass es hier richtig übel aussehen würde.

Und genau darum drehte sich auch der Rest der Woche. Um Kaikoura. Denn Rachel und die Kids sind erst seit einem Jahr in Timaru und verbrachten fast ihr ganzes Leben in Kaikoura. Deshalb haben sie dort auch einige Freunde. Außerdem hat Rachel ein Business, welches sich um Kaikoura Tourismus kümmert. Die ganze Woche wurden Nachrichten verfolgt und immer mehr Details kamen ans Tageslicht. Kaikoura hat es wirklich schlimm erwischt. Zum Glück sind nicht allzu viele Menschen gestorben "nur" 2 Personen - wobei ein Mann einen Herzinfarkt erlitt. Aber die Stadt ist von der Außenwelt ausgeschlossen, alle Straßen sind komplett zerstört. Der Meeresboden hat sich stellenweiße um 6m gehoben. Die Küste ist nun 2m höher als sie vor dem Beben war. Das bedeutet, dass alle Wal- &  Delfinbeobachtungen nicht mehr statt finden können, da die Boote aktuell auf den Felsen fest stecken. Ebenfalls sind einige der Berge einfach in sich zusammen gefallen. Es gibt kein Wasser und auch kein Strom in Kaikoura. Nahrungsmittel werden mit dem Helikopter gebracht und auf dem Rückweg werden die Menschen evakuiert. Kinder dürfen nicht mehr nach Kaikoura solange bis die Infrastruktur wieder funktioniert.

Am Donnerstag Abend bin ich dann mit einige der Au Pairs ins Kino gegangen. In den Film Fantastic Beasts and where to find them. Alle Harry Potter Fans sollten diesen Film anschauen. Lohnt sich auf jeden Fall! Am Freitag habe ich dann wieder einmal ausgeschlafen, ein paar Dinge organisiert und mich über die Catlins informiert. Denn da werde ich das Wochenende verbringen. Deshalb sind Lisa, Fabienne und ich am Abend noch in den Pack´n´Safe gegangen, der wirklich um einiges günstiger ist, als New World (welcher direkt ums Eck ist).

Die letzte Woche war daher sehr ruhig und bis auf das Erdbeben relativ unspektakulär. Aber mir geht es gut, wir haben hier keine Schäden oder sonstiges. Die Menschen in NZ sind super auf solche Situationen vorbereitet und wissen wie man damit umgeht. Daher braucht sich niemand Sorgen machen, wenn es hier mal wieder bebt. Auch wenn ich mich einige Tage nicht melden kann - dass ist nicht ungewöhnlich. Kaikoura hat bis jetzt nur im Krankenhaus einen begrenzten Hotspot. Das erste was bei einem Erdbeben nicht mehr funktioniert ist das Telefonnetz. Nur so als kleine Info :D

12.11.2016 - Mount Cook & Schottland

18Nov2016

Am 12.11. war es dann endlich soweit. Endlich konnte ich meine heißgeliebten Berge sehen! Ich meine am Strand und am Meer wohnen ist ja schon nicht schlecht... Aber ich fühle mich trotzdem mehr zu den Bergen hingezogen.

Deshalb startete ich einen Aufruf in der Au-Pair Whatsappgruppe, vielleicht gibt es ja noch mehr Bergfreaks wie mich? Und tatsächlich fand ich dann eine Begleitung. Marion, 23 Jahre jung und aus Frankreich. Um 08:00 Uhr startete also unser Tripp bei strömendem Regen. Doch da ich Meteoblue absolut vertraue, wusste ich, dass es spätestens wenn wir ankommen, zu regnen aufhört.

Die Fahrt alleine war es jedoch schon Wert, Timaru zu verlassen. Hinter jeder Kurve, hinter jedem Hügel änderte sich die Landschaft. Meistens kamen wir uns vor, wie in Schottland. Die Berge waren mit Puderzucker Schnee bedeckt. Die Wolken hingen tief und eröffneten somit ein sehr sureales Bild. Wie aus dem James Bond Film Skyfall.

Wir kamen am bekannten Lake Tekapo vorbei, wobei ich immer noch nicht weiß, warum dieser so gehyped wird. Ja dort steht eine kleine schnuggelige Kirche mit Blick auf den See. Aber nur 20min weiter eröffnet sich Lake Pukaki mit seinem hellen blau das wie ein Kristall in der sonst so kargen Landschaft glitzert. Umrandet von hohen Bergen sowie dem Mt. Cook. Ein kristallblauer See, inmitten von Schneebedeckten Bergen - hatte für mich 1000x mehr Potential, gehyped zu werden. Auf der Straße zum Mt. Cook fing es wieder zu regnen an und das Auto zeigte uns 4 Grad an. Gut - wir waren ja auch noch nicht ganz dort.

Der Satz "That`s so cool!" & "That`s soo beautiful" waren wohl unsere meist gesprochenen Sätze und sie wurden alle 5 Minuten durch das Auto geschrien. Im Mt. Cook Village angekommen freuten wir uns wie kleine Kinder auf Weihnachten. Und bauten zack erstmal einen Unfall. Einparken will ja schließlich gelernt sein - aber nach einem kurzen Check war dann doch alles halb so schlimm - und die Vorfreude größer als die Träne über ein Kratzer im VW.

Als wir dann endlich den Track gefunden hatten, was aufgrund eines Parkplatzes/Campingplatzes etwas schwierig war, freuten wir uns noch mehr. Der Track war eher ein langer Spaziergang und man braucht eigentlich keine festen Wanderschuhe. Aber da mir meine Host-Family ja von Alpinem Gelände und steilen Anstiegen erzählt hat, war ich darauf natürlich bestens vorbereitet. Nun gut. Ich weiß ja nicht was die Kiwis so von unseren Alpen erwarten, aber dass war eher ein Spaziergang über die Schwäbische Alb Ausgangspunkt Dapfen. Also ich muss denen glaub mal ein paar Bilder zeigen, wo wir sonst so "Wandern" gehen. Der Track war jedoch voll mit Neuschnee, was die ganze Landschaft noch viel interessanter machte. Der Kontrast zwischen Schnee, Geröll, Gletscher und Wiesen war einfach nur sooo beautiful. Der Track war lang und so merkte ich auch relativ schnell meine Füße (wie gesagt, schwere Wanderschuhe sind nicht für Holzstege gemacht). Der Track ging über Hängebrücken durch das Tal, recht & links gingen die Berge steil nach oben. Das Finale ist der Mt.Cook Gletschersee, der auch noch einige Eisberge auf sich trug. Auf dem Track sind gefühlt 1000 Touris und ich war wirklich froh, dass es nicht heiteres Sonnenschein Wetter war, sonst hätte man ja nicht mal für Bilder machen anhalten können ohne gleich überrannt zu werden.

 

Wunder oh wunder habe ich sogar ein wildes Opossum gesehen! Welches neben Kaninchen so ziemlich das einzige Nicht-Vogelartige-Wildtier hier in NZ ist, welches ich bis jetzt zu Gesicht bekommen habe. Mit den vielen Steinen, Gletscherbächen, Hängebrücken und Schneebedeckten Bergen kam ich mir wie in Herr der Ringe vor und hielt somit immer schön ausschau nach Frodo oder den gemeinen Orks.

Am Gletscher endlich angekommen hielten wir inne, genossen den Ausblick und reduzierten das Gewicht unseres Rucksacks indem wir unser 2kg schweres Lunch vernichteten. Total interessant war, dass man den Gletscher hört. Man hört richtig, wie er sich bewegt, wie er knackt und knarzt. Und dann gab es dieses Geräusch und ich wusste sofort - LAWINE. Doch wir waren nicht in Gefahr, denn die näheren Berge waren nur mit etwas Schneebedeckt. Dennoch sahen wir, wie sich in der Nähe vom Gletscher immer wieder immense Schneefelder lösten und in einer Wolke aus Puderzucker auflösten. Insgesamt haben wir 5 dieser Lawinen mit bekommen. Aber wie in Europa eben auch: im Frühjahr sollte man sich nicht in Schneefelder begeben.

Da ich mich wieder an die stärke der Sonne erinnerte, packte ich meine neu gekaufte 50+ Sonnencreme for New Zealand Sun aus. Die hat die Konsistenz von einer Penatencreme und daher wird sie wahrscheinlich in zwei Jahren mal aufgebraucht sein.

Auf dem Weg zurück verließen wir dann den Track um einen anderen Gletschersee und dessen Gletscher besser sehen zu können. Als wir dann wieder auf unserem Track waren, sah ich einen wunderschönen Falken. Nachdem ich endlich ein halbwegs gutes Foto von ihm hatte, machten wir uns weiter auf den Weg. Der Falke flog davon und ich sah am Ende des Tales das blaue Glitzern des Lake Pukaki als es mich plötzlich fast von den Beinen gerissen hat. Völlig verdutzt bemerkte ich, dass dieser wunderschöne Falke mich doch tatsächlich angegriffen hat. Mein Kopf tat weh und brannte. Da ich weiß, was für Krallen so ein Vogel hat, war ich leicht besorgt, dass ich nun drei wunderschöne blutende Kratzer am Kopf hatte. Doch zum Glück war es nur ein Warnangriff oder sowas und bis auf zwei kleine Kratzer war alles gut. Der Vogel hatte wohl ein Problem mit Paparazzis.

Zurück am Auto startete es dann mit Regnen und wir beschlossen, eine heiße Schokolade zu trinken. Auf der Heimfahrt mussten wir dann nach 30min am Lake Pukaki eine kleine Schlafpause einlegen. Zu viel Sonne und frische Luft ist einfach zu viel für uns alte Damen.

Am Lake Tekapo hielten wir ebenfalls um die berühmten Lupinen zu fotografieren. Und uns mit 20.000 anderen Touristen die Kirche anzusehen.

Zurück hat der Himmel dann alle Tore geöffnet und es regnete extrem. Meine Sonnencreme hat tatsächlich gewirkt, denn ich habe mir die kompletten Augenlider verbrannt (hier cremt sich ja kein Mensch ein). Abends angekommen, bin ich dann nur noch todmüdde ins Bett gefallen.  

11.11.2016 - Regen, Wind und Meer

15Nov2016

Am Freitag den 11.11.2016 beschloss ich, meinen ersten freien Tag der Woche damit zu verbringen, erst einmal gründlich auszuschlafen. Danach durfte ich meiner Gastfamily erklären, was wir Deutschen denn am 11.11. feiern - Faschingsanfang na klar. Aber leider hat es niemand verstanden, da es einfach Brauchtum ist und nichts mit Krieg oder sonst was zu tun hat. Naja, man muss ja auch nicht alles auf der Welt verstehen - und da hier keine Hexenverbrennungen waren konnten sie das Beispiel mit der Walpurgisnacht und Vertreibung von bösen Gesitern leider nicht verstehen.

Lisa hat mir außerdem erzählt, dass es eine Art Wanderweg am Strand gibt. Da ich bis jetzt immer nur an der Caroline Bay hin und her spaziert bin, wollte ich diesen Weg und somit die Küste meines aktuellen Aufenthaltsortes besser erkunden gehen. Leider speichert meine Diggi-Cam nicht mehr alle Bilder (weshalb auch immer) und somit kann ich euch die schönsten Abschnitte nicht zeigen.

Eigentlich wollte ich mit dem Fahrrad gehen, da es bis zum Meer doch ein paar Kilometer zum laufen sind. Jedoch wollte das Wetter absolut nicht mitspielen. Es fing leicht an zu nieseln. Also beschloss ich, die Küste zu Fuß zu erkunden – und gleichzeitig meine Regenjacke mal auf Herz und Nieren zu testen.

Rachel hat mich auf dem Weg zu Logan`s Kindi also am Strand abgesetzt und ich machte mich im fadenziehenden Regen auf den Weg. Der letzte Satz von Rachel war nur „You will be fine!“ – was übersetzt so viel bedeutet, wie du wirst schon klar kommen oder du wirst o.k. sein. Dieser Spruch ist die Lebenseinstellung der Kiwis – zumindest von meiner Gastfamilie.

Ich startete meinen Weg an der Caroline Bay, lief oberhalb des Playgrounds und der Vogelvoliere. Der Weg stieg langsam an und verlief nun oberhalb der Klippen, die bis jetzt meine Grenze der Caroline Bay und Timarus waren. Doch wie ich von einem der Fotografen auf dem Showcase gelernt habe – „Do everyday something, that scares you“ [Mache jeden Tag etwas, vor dem du dich fürchtest]. Und jeder der mich kennt, weiß, dass ich ungerne meine Komfortzone alleine verlasse. Naja, dieser Spaziergang war jetzt nicht wirklich etwas vor dem ich mich fürchtete. Aber das Wetter war ziemlich ungemütlich. Auf der Klippe windete es und der Regen peitschte in mein Gesicht. Also eher Wetter für die Couch oder das Bett.

Ich kam an einem Leuchtturm vorbei und folgte dem Weg weiter entlang der Küste/Klippe. Plötzlich sah es aus, wie wenn der Weg direkt in das Meer gehen würde. Treppen gingen hinunter auf kleine Felsen. Dahinter eröffnet sich der Blick auf die CB vom Meer aus – auf der anderen Seite die nächsten Klippen. Ein wunderschöner Platz um eine Pause von dem ganzen Trubel und der schnellen Welt zu erhaschen. Doch mein Wunsch, die anderen Klippen zu erreichen, war größer als der Drang nach Rast. Also setzte ich meinen Weg fort und kam an wunderschönen, luxuriösen Villen vorbei. Danach befand ich mich in einer Art Park, welcher sich auf der Klippe befand – der Regen hatte nun seinen Höhepunkt erreicht, und auch meine Regenjacke fühlte sich von innen leicht nass an. Ebenfalls war meine Hose komplett nass. Trotzdem setzte ich meinen Weg noch ein kleines Stück fort um zu sehen, was sich hinter der nächsten Ecke wohl erheben mag. Und dort befand sich ein einsamer, kleiner, verlassener Strand der in einer wilden Bucht, voll mit Felsen und komischen Gesteinsformationen befand. Gefühlt ging der Weg noch meilenweit weiter, doch ich wollte natürlich auch noch die andere Seite des Hafens und der CB erkunden. Also beschloss ich, den Weg zurück zu gehen. Leider war ich ab der CB gefühlt überall nass und ich tropfte. Da meine Regenjacke wohl keine weitere Stunde standhalten würde, beschloss ich, mich bei einer heißen Schokolade im Coffee Culture zu wärmen und vor allem zu trocknen. Nachdem es gefühlt noch stärker zu regnen begann, beschloss ich, nur noch die letzten 3km zu meiner warmen Dusche zu laufen.

 

07.11. - 10.11.2016: Der ganz normale Wahnsinn

12Nov2016

Am 07.11. habe ich den Park dann gleich noch einmal zu Fuß erkundet. Es gibt so viele verschiedene Wege und Abzweigungen - das ist verrückt. Ziemlich gut um mit dem Bike oder eben zu Fuß sportlich aktiv zu werden. Die Vegetation ist sowieso der Hammer. Neben "Palmen" gibt es eben auch Europäische Bäume, die verschiedensen Blumen, alles duftet extrem. Die Sonne ist ebenfalls unglaublich warm, die Vögel sind sehr zahm. Wovor ich aber auch schon gewarnt wurde. Vögel sind so ungefähr das gefährlichste was es hier in Neuseeland gibt :D Denn sie haben keine natürliche Feinde und kommen daher sehr nah an den Menschen heran - fühlen sich aber auch extrem gestört sobal es Jungtiere gibt. Dann greifen sie die Köpfe der Menschen an - was ich noch bald zu spüren bekommen werde, was aber eine andere Geschichte ist :D

Für den Mittag habe ich mich mit Lisa auf dem Playground verabredet und wollte zusammen mit Rachel Logan aus dem Kindi abholen. Aber Logan war der festen Meinung, dass er absolut keinen Spaß haben will, den Playground hasst und lieber nach Hause will. Aber da ich gefühlt die böse Stiefmutter bin, gab es keine Gnade und so ging ich mit einem schreienden, tobenden, weinenden, müden Logan auf den Spielplatz. Sobald er Rachel nicht mehr gesehen hat, war alles wieder gut. Dort habe ich mich also zum ersten mal mit Lisa und Lucia getroffen. Die kleine sieht aus wie ein Engel - tötet dich aber mit ihren Augen :D Nachdem Lucia dann nach einiger Zeit entschieden hat, dass sie nach Hause will, haben wir uns gemeinsam mit den Kids im Buggy auf den Weg gemacht. Ich bin dann mit Logan direkt zur Schule der Mädchen gegangen und hab die zwei Ladys abgeholt.

Fazit von diesem Mittag: der Sommer wird hart für mich. Innerhalb von 2 Wochen, habe ich mich nun schon das dritte Mal verbrannt - und das ohne Sonnenschein. In NZ ist also Hut und Sonnencreme Pflicht, da die Sonne hier noch stärker und ungefilterter ist als sonst wo. Hups, und ich dachte genau aus diesem Grund sollte ich nicht nach Australien über den Sommer :D

Alex hat mir dann von ihrer besonderen Gabe erzählt. Sie kann Spirits (Geist/Seelen) sehen/fühlen kann, als Glitzer oder so etwas. Was ziemlich cool ist. Da sie schon als Baby in Räumen wo Menschen gestorben sind anscheinend völlig ausgeflippt ist. Sie hat also so eine Art 6. Sinn. Auch dass sie die Welt hinterfrägt ist total faszinierend. Sie meinte zu mir, dass sie sich nicht vorstellen kann, dass es im Universum nicht noch andere Formen von Leben gibt. Denn das Universum ist so groß und auf dem Mars hat man feststellen können, dass es dort einmal Wasser gab. Sie ist ziemlich smart, sagt auch immer zu ihrer Schwester, dass sie kein Wasser verschwenden soll, da es Menschen auf dieser Welt gibt, die kein Wasser und kein Essen haben. Letztens wollte sie auch ihre Haare abschneiden und an Krebskranke Kinder spenden. Ziemlich gut für eine erst 9 Jahre alt gewordene kleine Lady!

Am 08.11.2016 habe ich den Kindern ihr Lunch gemacht, welches anscheinend zu gesund war (wurde fast nicht gegessen). Danach habe ich die Mädels in die Schule gebracht. Anschließend habe ich mich mit den anderen Au Pairs aus Timaru und Umgebung im Chipmunk getroffen. Das Chipmunk ist ein Spieleparadies mit Bällebad, riesen Rutsche und eben viel Platz und Dinge mit denen sich die Kinder austoben können. Für die Erwachsenen gibt es ein ranziges Café mit unfreundlichem Personal. Und es ist meiner Meinung nach sehr teuer (10$ am Wochenende und 6$ unter der Woche für Kinder über 3 Jahre). Die anderen Mädels sind alle super nett und ich freue mich auf die kommende Zeit und vor allem auf die Catlins - wird bestimmt sehr lustig. Ebenfalls habe ich dort Sophie kennen gelernt, die Dame der Organisation. Sie hat sich mit mir "unterhalten" was eher ein Verkaufsgespräch gewesen ist und ich überhaupt nicht weiß, warum Familien sich auf die Orga einlassen - ist nämlich nur negativ. Für die Au Pairs gibt es eben Sicherheit - und Geld.

Danach bin ich mit Nana einkaufen gegangen und wir haben Logan bei seinem Opa abgeholt. Alex musste am Mittag zum Zahnarzt und daher hatte ich die zwei anderen für mich ganz allein. Aber da sie müde waren, hiengen sie nur auf der Couch und schauten TV. Ich war ebenfalls sehr müde - das Wetter macht mich hier echt wahnsinnig. Es wechselt 5x am Tag und irgendwie bin ich ja schon immer etwas Wetterfühlig gewesen. Nach dem Abendessen kam dann Rachel von der zweitägigen Arbeit in CHCH zurück. Gespannt beobachteten wir die Amerikanische Wahl und waren uns alle nicht so ganz sicher, ob Trump nun die bessere oder schlechtere Wahl war. Ich mein, Clinton oder Trump sind beides keine guten Möglichkeiten. Ganz nach der Neuseeländischen Mentalität: Wir werden sehen was die Zeit so bringt und bis dahin müssen wir eben einfach weiter machen.

Am 09.11.2016 habe ich mal wieder die Lunchboxen gemacht und zum ersten Mal putzen müssen. Danach haben wir Logan abgeholt und ich bin mit Rachel Einkaufen gegangen. Danach habe ich mit Logan Frozen Monopoly und Puzzle gespielt um anschließend zusammen mit ihm die Mädels aus der Schule zu holen. Der Tag wurde dann mit Spielen und Essen - und mehr Essen verbracht. Ich muss DRINGEND Sport machen :D Hier gibt es einfach viel zu viel gutes Süßes Essen und ich fühle mich, wie wenn ich monatelang keinen Sport gemacht habe. Ab nächste Woche plan ich das irgendwie in meinen Alltag ein.

Am 10.11.2016 passierte nichts besonderes, der ganz normale Tagesablauf eben. Ich schmiedete also meine ersten Wochenendpläne. Und auch wenn die Wettervorhersage unglaublich eklig waren, so hatte ich doch das Gefühl, dass es mich extrem in die Berge zieht!

Auf dieser Seite werden lediglich die 15 neuesten Blogeinträge angezeigt. Ältere Einträge können über das Archiv auf der rechten Seite dieses Blogs aufgerufen werden.